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Steuerberater Kosten: Was kostet ein Steuerberater für Freelancer?

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Steuerberater Kosten: Was kostet ein Steuerberater für Freelancer?

Viele Freelancer fragen sich, ob sie einen Steuerberater brauchen und was dieser kostet. Es ist eine wichtige Frage, die direkten Einfluss auf Ihre Finanzen hat. Ein Steuerberater kann Ihnen helfen, Steuern zu sparen und Fehler zu vermeiden, aber er kostet auch Geld – oft mehrere tausend Euro pro Jahr. Die Frage ist: Lohnt sich die Investition für Sie?

Die Antwort hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Für manche Freelancer ist ein Steuerberater unverzichtbar, für andere ist er eine unnötige Ausgabe. Um die richtige Entscheidung zu treffen, müssen Sie verstehen, was ein Steuerberater kostet, welche Leistungen er erbringt, und welche Alternativen es gibt.

Wann brauchen Sie wirklich einen Steuerberater?

Die meisten Freelancer können ihre Steuererklärung selbst machen, besonders wenn sie moderne Buchhaltungssoftware nutzen. Für einfache Fälle mit niedrigem Einkommen, einfacher Geschäftsstruktur und wenigen Besonderheiten ist ein Steuerberater oft nicht notwendig. Mit Buchhaltungssoftware, ELSTER für die Steuererklärung und einigen Grundkenntnissen können Sie alles selbst erledigen.

Aber es gibt Situationen, in denen ein Steuerberater wirklich sinnvoll ist. Wenn Sie ein hohes Einkommen haben – sagen wir über 50.000 EUR Jahresgewinn – kann ein erfahrener Steuerberater oft mehr Steuern sparen, als er kostet. Er kennt alle legalen Möglichkeiten zur Steueroptimierung und findet Abzüge, die Sie vielleicht übersehen hätten.

Komplexe Geschäftsstrukturen sind ein weiterer Grund, einen Steuerberater zu konsultieren. Wenn Sie mehrere Einkommensquellen haben, internationale Kunden bedienen, komplexe Geschäftsmodelle nutzen oder eine Gesellschaft gründen möchten, kann professionelle Beratung wertvoll sein. Ein Steuerberater hilft Ihnen, die richtigen Strukturen zu wählen und Fehler zu vermeiden, die später teuer werden können.

Auch Unsicherheit ist ein guter Grund, einen Steuerberater zu konsultieren. Wenn Sie Ihre erste Steuererklärung machen, unklare Situationen haben, eine Steuerprüfung angekündigt wurde oder komplexe Fragen auftauchen, kann professionelle Hilfe den Unterschied zwischen einer korrekten und einer fehlerhaften Steuererklärung ausmachen.

Und manchmal ist es einfach eine Frage der Zeit. Wenn Sie keine Zeit für Buchhaltung haben und sich lieber auf Ihr Geschäft konzentrieren möchten, kann ein Steuerberater diese Last von Ihren Schultern nehmen. Die Zeit, die Sie sparen, können Sie in Ihr Geschäft investieren, was oft mehr wert ist als die Kosten des Steuerberaters.

Was kostet ein Steuerberater wirklich?

Die Kosten für einen Steuerberater variieren stark, abhängig von der Komplexität Ihrer Situation, dem Umfang der Leistungen und der Region, in der Sie leben. Für eine einfache Steuererklärung mit wenigen Belegen und einer standardmäßigen Einnahmen-Überschuss-Rechnung können Sie mit 200 bis 400 EUR pro Jahr rechnen. Das ist überschaubar und für viele Freelancer erschwinglich.

Bei mittlerer Komplexität – mehrere Einkommensquellen, viele Belege, einige Besonderheiten – steigen die Kosten auf 400 bis 800 EUR pro Jahr. Das ist immer noch vernünftig, besonders wenn der Steuerberater Ihnen hilft, mehr Steuern zu sparen, als er kostet.

Komplexe Fälle mit komplexen Strukturen, internationalen Aspekten und vielen Besonderheiten können 800 bis 1.500 EUR pro Jahr kosten. Sehr komplexe Situationen mit Gesellschaftsstrukturen und umfangreicher Beratung können sogar 1.500 bis 3.000 EUR oder mehr pro Jahr kosten.

Aber die Steuererklärung ist nur ein Teil der Kosten. Wenn Sie auch die Buchhaltung vom Steuerberater machen lassen, kommen monatlich 100 bis 300 EUR dazu – das sind 1.200 bis 3.600 EUR pro Jahr zusätzlich. Vierteljährliche Buchhaltung ist günstiger, kostet aber immer noch 200 bis 500 EUR pro Quartal, also 800 bis 2.000 EUR pro Jahr.

Umsatzsteuer-Voranmeldungen kosten zusätzlich 50 bis 150 EUR pro Voranmeldung. Wenn Sie monatlich abgeben müssen, sind das 600 bis 1.800 EUR pro Jahr zusätzlich. Bei vierteljährlicher Abgabe sind es 200 bis 600 EUR pro Jahr.

Ein Vollservice-Steuerberater, der alles übernimmt – Buchhaltung, Voranmeldungen und Steuererklärung – kann also schnell 2.200 bis 6.900 EUR pro Jahr kosten. Das ist eine erhebliche Ausgabe, die sich nicht jeder Freelancer leisten kann oder will.

Die Kostenfaktoren verstehen

Was beeinflusst die Kosten eines Steuerberaters? Die Komplexität Ihrer Situation ist der wichtigste Faktor. Eine einfache Struktur mit wenigen Belegen kostet deutlich weniger als eine komplexe Struktur mit vielen Besonderheiten. Die Anzahl der Belege spielt auch eine Rolle – mehr Belege bedeuten mehr Arbeit für den Steuerberater und damit höhere Kosten.

Der Umfang der Leistungen ist ein weiterer wichtiger Faktor. Wenn Sie nur die Steuererklärung machen lassen, ist es deutlich günstiger als ein Vollservice mit Buchhaltung und Voranmeldungen. Viele Freelancer wählen eine Kombination: Sie machen die tägliche Buchhaltung selbst mit Software und lassen nur die Steuererklärung vom Steuerberater machen.

Die Region, in der Sie leben, kann auch einen Unterschied machen. In Großstädten sind Steuerberater oft teurer als in ländlichen Gebieten. Die Unterschiede können bis zu 30% betragen. Die Erfahrung des Steuerberaters spielt ebenfalls eine Rolle – erfahrene Berater verlangen oft mehr, bieten aber auch oft bessere Qualität und mehr Expertise.

Alternativen zum Vollservice-Steuerberater

Die gute Nachricht ist, dass Sie nicht zwischen “alles selbst machen” und “alles vom Steuerberater machen lassen” wählen müssen. Es gibt eine dritte Option, die für die meisten Freelancer ideal ist: eine Kombination aus Buchhaltungssoftware und gelegentlicher Beratung.

Mit moderner Buchhaltungssoftware wie Solobooks können Sie die tägliche Buchhaltung selbst erledigen. Die Software übernimmt die meisten Aufgaben automatisch: Belege werden gescannt und kategorisiert, Bankdaten werden importiert, Rechnungen werden professionell erstellt. Der Aufwand reduziert sich von Stunden pro Woche auf Minuten. Die Software kostet nur 50 bis 200 EUR pro Jahr – deutlich günstiger als ein Steuerberater für die Buchhaltung.

Für die Steuererklärung können Sie dann einen Steuerberater konsultieren, der die bereits organisierten Daten von der Software übernimmt. Da die Daten bereits strukturiert und kategorisiert sind, braucht der Steuerberater weniger Zeit, was die Kosten reduziert. Diese Kombination kostet typischerweise 450 bis 1.000 EUR pro Jahr – deutlich günstiger als ein Vollservice, aber mit professioneller Unterstützung bei der Steuererklärung.

Eine weitere Option ist, alles selbst zu machen. Mit guter Buchhaltungssoftware ist das durchaus möglich, besonders für einfache Fälle. Die Software bereitet alle Daten für die Steuererklärung vor, und Sie können sie direkt in ELSTER übernehmen. Das kostet nur die Software-Gebühr von 50 bis 200 EUR pro Jahr, erfordert aber Zeit und Grundkenntnisse.

Wann lohnt sich ein Steuerberater wirklich?

Um zu entscheiden, ob sich ein Steuerberater für Sie lohnt, müssen Sie eine Kosten-Nutzen-Analyse machen. Erfahrene Steuerberater finden oft mehr Abzüge und Optimierungsmöglichkeiten als Laien. Typische Steuerersparnisse durch professionelle Beratung liegen bei 500 bis 2.000 EUR pro Jahr.

Wenn ein Steuerberater 800 EUR kostet, aber 1.200 EUR Steuerersparnis bringt, haben Sie einen Netto-Vorteil von 400 EUR. Das ist eine gute Investition. Aber diese Ersparnis ist nicht garantiert – sie hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Bei einfachen Fällen mit niedrigem Einkommen kann die Ersparnis geringer sein oder sogar ausbleiben.

Die Zeitersparnis ist ein weiterer Faktor. Wenn Sie die Buchhaltung selbst machen, brauchen Sie typischerweise 2 bis 5 Stunden pro Monat, also 24 bis 60 Stunden pro Jahr. Die Steuererklärung nimmt weitere 10 bis 20 Stunden in Anspruch. Insgesamt sind das 34 bis 80 Stunden pro Jahr. Wenn Sie Ihre Zeit mit 50 EUR pro Stunde bewerten, ist das ein Wert von 1.700 bis 4.000 EUR. Ein Steuerberater kann oft günstiger sein, besonders wenn Sie die Zeit produktiver nutzen können.

Aber moderne Buchhaltungssoftware reduziert diesen Zeitaufwand erheblich. Mit automatischer Kategorisierung, Belegscannen und Bankdaten-Import reduziert sich die Zeit für die Buchhaltung auf vielleicht 30 Minuten pro Monat. Die Steuererklärung wird auch einfacher, da alle Daten bereits vorbereitet sind. In diesem Fall kann es sinnvoller sein, die Software zu nutzen und nur bei Bedarf einen Steuerberater zu konsultieren.

Die richtige Balance finden

Für die meisten Freelancer ist eine Kombination aus Software und gelegentlicher Beratung die beste Lösung. Die Software übernimmt die tägliche Arbeit und reduziert den Aufwand erheblich. Der Steuerberater hilft bei der Steuererklärung oder bei komplexen Fragen. Diese Kombination bietet die Vorteile beider Welten: die Automatisierung und Einfachheit der Software und die Expertise des Steuerberaters, wenn Sie sie brauchen.

Die Kosten für diese Kombination liegen typischerweise bei 250 bis 700 EUR pro Jahr – deutlich günstiger als ein Vollservice, aber mit professioneller Unterstützung, wenn Sie sie brauchen. Die Software macht die tägliche Buchhaltung einfach, und der Steuerberater hilft bei der Steuererklärung oder bei Fragen, die über die Software hinausgehen.

Einen guten Steuerberater finden

Wenn Sie sich für einen Steuerberater entscheiden, ist es wichtig, den richtigen zu finden. Nicht alle Steuerberater sind gleich – die Qualität, die Erfahrung und die Kommunikation variieren erheblich. Ein guter Steuerberater sollte Erfahrung mit Freelancern haben, verständlich kommunizieren und transparente Preise anbieten.

Empfehlungen von Kollegen sind oft der beste Weg, einen guten Steuerberater zu finden. Online-Bewertungen können auch hilfreich sein, aber persönliche Empfehlungen sind meist zuverlässiger. Ein Erstgespräch ist wichtig, um zu sehen, ob die Chemie stimmt und ob der Steuerberater zu Ihren Bedürfnissen passt.

Kosten sparen

Wenn Sie einen Steuerberater nutzen, gibt es Möglichkeiten, die Kosten zu reduzieren. Die wichtigste ist, die Buchhaltung selbst zu machen mit moderner Software. Wenn Sie dem Steuerberater bereits organisierte und kategorisierte Daten übergeben, braucht er weniger Zeit, was die Kosten reduziert.

Eine gute Belegorganisation hilft auch. Wenn alle Belege digital gespeichert und nach Kategorien sortiert sind, kann der Steuerberater schneller arbeiten. Moderne Buchhaltungssoftware macht dies automatisch – Sie scannen den Beleg einmal, und er ist für immer gespeichert und organisiert.

Und schließlich: Nutzen Sie den Steuerberater nur für das, was wirklich nötig ist. Wenn Sie die Buchhaltung selbst machen können, machen Sie es. Wenn Sie die Steuererklärung selbst machen können, machen Sie es. Konsultieren Sie den Steuerberater nur bei komplexen Fragen oder wenn Sie wirklich unsicher sind.

Fazit

Ein Steuerberater ist nicht immer notwendig, aber er kann in vielen Fällen sinnvoll sein. Die Kosten variieren stark, abhängig von der Komplexität Ihrer Situation und dem Umfang der Leistungen. Für die meisten Freelancer ist eine Kombination aus Buchhaltungssoftware und gelegentlicher Beratung die beste Lösung – sie bietet die Vorteile beider Welten zu einem erschwinglichen Preis.

Moderne Buchhaltungssoftware wie Solobooks kann für viele Freelancer eine kostengünstige Alternative oder Ergänzung zum Steuerberater sein. Die Software übernimmt die tägliche Buchhaltung, kategorisiert automatisch Ausgaben und bereitet alle Daten für die Steuererklärung vor. So können Sie entweder selbst die Steuererklärung machen oder dem Steuerberater bereits organisierte Daten übergeben, was seine Arbeitszeit und damit Ihre Kosten reduziert.

Benötigen Sie Hilfe?

Wenn Sie Fragen zu Steuerberater-Kosten haben oder Unterstützung bei der Entscheidung benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns per E-Mail unter support@solobooks.de, chatten Sie mit uns in der App oder besuchen Sie unser Hilfe-Center für weitere Anleitungen.


Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2025

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